Stand: 01.2026
Chemotyp (Hinweis): meist THC-dominant. Eigenschaften sind linien- und chargenabhängig; Angaben sind Tendenzen, keine Garantien.

Kurzprofil – das Wichtigste in 60 Sekunden
Northern Lights ist ein Klassiker aus den USA der 1980er Jahre, später in den Niederlanden verfeinert. Die Sorte bleibt kompakt, ist robust und bildet dichte, harzige Blüten. Indoor rechnet man mit 7–9 Wochen Blütezeit. In Deutschland liegt das Outdoor-Erntefenster von Ende September bis Mitte Oktober. Das Aroma wirkt oft erdig, süßlich-würzig und harzig. Community-Berichte beschreiben die Wirkung häufig als entspannend und körperbetont.
Auf einen Blick:
- Region: USA (Westküste), später NL
- Genetik: afghanische Landrassen (stabilisiert)
- Blüh-Typ: photoperiodisch (kein Autoflower)
- Indoor: 7–9 Wochen
- Outdoor (DE): Ende Sept. – Mitte Okt.
- Ertrag: mittel bis hoch
- Leitterpene (häufig): Myrcen, β-Caryophyllen, Humulen
- Aroma: erdig, süßlich-würzig, harzig
- Wirk-Tendenz: häufig entspannend, körperbetont
Herkunft & Genetik – warum Namen täuschen können
Northern Lights gilt als eine der bekanntesten afghanisch geprägten Linien. Entwickelt an der US-Westküste und in den Niederlanden stabilisiert, diente sie als Basis für zahlreiche Hybride. Heute existieren verschiedene Linien unter demselben Namen – Eigenschaften können je nach Anbieter variieren. Beschreibungen sind Orientierung, keine Garantie.
Morphologie & Anbau (Indoor/Outdoor) – praxisnah
Warum wichtig: Wer die Struktur versteht, stabilisiert Ertrag und Qualität.
Indoor (einfach erklärt):
Die Pflanzen bleiben eher kompakt und eignen sich optimal für SOG (Sea of Green) mit einer dominanten Hauptcola. Toppen (Hauptspitze einmal kürzen) und LST (sanftes Runterbinden) funktionieren, sind aber nicht zwingend.
- Luft & Klima: stabile, eher trockene Umgebung bevorzugt.
- Nährstoffe: mittlerer Bedarf; insgesamt pflegeleicht.
Outdoor (DE):
Mitteleuropa ist möglich; Ernte üblicherweise Ende September bis Mitte Oktober. Kompakte Blüten erhöhen das Schimmelrisiko – auf Standort (Sonne + Luft) achten; in sehr feuchten Perioden ggf. etwas früher ernten.
Mini-Checkliste
- Sorge für gleichmäßige Luftbewegung.
- Halte in späten Blütewochen die Luftfeuchte moderat.
- Gieße gleichmäßig, vermeide Staunässe.
- Nutze SOG oder kompakten Indoor-Anbau bei wenig Platz.
Blüte & Erntefenster – Reife sicher erkennen
Indoor sind 7–9 Wochen realistisch; Outdoor (DE) Ende Sept. – Mitte Okt.
Reife prüfen: Trichome (winzige Harzköpfchen) beobachten:
- Milchig: guter Erntezeitpunkt mit klarer, kräftiger Note.
- Teilweise amber: tendenziell schwerere, rundere Note.
Wichtig: Die Pistillenfarbe (braune Härchen) allein ist unzuverlässig.
Terpenprofil & Sensorik – was der Geruch verrät
Northern Lights zeigt häufig erdig-süße, würzige und harzige Noten. Typische Leitterpene sind Myrcen, β-Caryophyllen und Humulen; vereinzelt treten fruchtige Nuancen auf. Anbau, Trocknung und Curing beeinflussen die Nuancen deutlich.
Subjektiver Wirkcharakter (ohne Heilsversprechen)
Häufig entspannend und körperbetont beschrieben. In kleiner Dosis kann die Wirkung ausgleichend sein, bei höherer Dosis eher beruhigend. Set und Setting (Stimmung/Umgebung) beeinflussen die Erfahrung.
Varianten, Synonyme & Verwechslungsgefahr – Erwartungsmanagement
- Handelsnamen: „Northern Lights“, teils mit Nummern (z. B. NL#1, NL#5).
- Linienvielfalt: verschiedene Züchter → Eigenschaften variieren.
- Praxis: Sortennamen nicht als Qualitäts- oder Wirkungsgarantie verstehen; auf beschriebene Eigenschaften achten.
Praxisbox: Nachernte in kurz
- Langsam trocknen: kühl, dunkel, mit Luftaustausch.
- Curing: luftdicht lagern, anfangs täglich kurz lüften.
- Ziel: Aroma entfalten, harsche Noten abbauen.
Für wen geeignet?
Für alle, die eine pflegeleichte, kompakte Sorte mit klassischem, erdig-würzigem Profil suchen. Einsteiger:innen profitieren von der robusten Natur und der überschaubaren Blütezeit; Fortgeschrittene nutzen SOG oder gezieltes Training, um gleichmäßige, harzige Colas zu erzielen.
TL;DR
Northern Lights: 80er-Klassiker, kompakter Wuchs, stark harzende Buds. Indoor 7–9 Wochen, Outdoor (DE) Ende Sept. – Mitte Okt. Aroma erdig, süßlich-würzig, harzig; Wirkung meist entspannend und körperbetont. Eigenschaften sind linien-/chargenabhängig.
Mini-Glossar
- Chemotyp: grobe Inhaltsstoff-Tendenz (z. B. THC-dominant).
- Trichome: winzige Harzköpfchen; bester Reifeindikator.
- Curing: schonende Nachreifung nach dem Trocknen; macht Aroma runder.
- SOG (Sea of Green): Methode mit vielen kleinen Pflanzen für eine geschlossene Blütendecke.
Quellen (ohne aktive Links – nur Text-URLs)
- BfArM – Cannabis: Informationen für Patienten und Ärzte – 2021 – bfarm.de
- Bundesministerium für Gesundheit – Cannabis in der Medizin – 2022 – bundesgesundheitsministerium.de
- BZgA – Cannabis: Basisinformationen, Risiken & Fakten – fortlaufend – bzga.de
- AWMF – Leitlinie: Cannabis bei chronischen Schmerzen – 2020 – awmf.org
- Clarke RC, Merlin MD – Cannabis: Evolution and Ethnobotany – 2013 – ucpress.edu/book/9780520270480/cannabis
- Small E – Cannabis: A Complete Guide – 2016 – crcpress.com/Cannabis-A-Complete-Guide/9781498761632
- Elzinga S, Fischedick J, Podkolinski R, Raber JC – Cannabis Terpene Diversity and Analysis – 2015 – doi.org/10.1007/s00216-015-8684-4

