Stand: 01.2026
Die richtige Lagerung von Cannabis entscheidet darüber, wie lange THC, CBD und Terpene erhalten bleiben. Licht, Sauerstoff, Wärme und Feuchtigkeit beschleunigen den Abbau der Wirkstoffe und können Qualität, Wirkung und Aroma deutlich verschlechtern. Wer Cannabis korrekt lagert, schützt Potenz, Geschmack und Sicherheit über Wochen oder Monate.
Warum die richtige Lagerung von Cannabis wichtig ist
Cannabis ist ein biologisches Pflanzenprodukt. Nach der Ernte und Trocknung laufen weiterhin chemische Abbauprozesse ab. Besonders THC kann unter ungünstigen Bedingungen zu CBN oxidieren, was die Wirkung verändert. Gleichzeitig sind Terpene flüchtig und gehen bei falscher Lagerung schnell verloren. Zusätzlich erhöht zu hohe Feuchtigkeit das Risiko für Schimmelbildung.
Eine kontrollierte Lagerung verlangsamt diese Prozesse deutlich.
Die wichtigsten Faktoren bei der Cannabis-Lagerung
Licht
UV-Licht beschleunigt den Abbau von Cannabinoiden. Cannabis sollte immer lichtgeschützt gelagert werden, idealerweise in dunklen oder lichtundurchlässigen Behältern.
Luft und Sauerstoff
Sauerstoff fördert Oxidation. Je mehr Luftkontakt, desto schneller verliert Cannabis an Potenz und Aroma. Luftdichte Behälter sind daher entscheidend.
Temperatur
Hohe Temperaturen beschleunigen chemische Reaktionen. Für getrocknete Cannabisblüten gilt:
- kühl lagern
- Temperaturschwankungen vermeiden
- keine Nähe zu Heizungen oder direkter Sonneneinstrahlung
Feuchtigkeit
Zu feuchte Blüten schimmeln, zu trockene verlieren Terpene und werden bröselig. Ziel ist eine stabile Restfeuchte, die weder mikrobielles Wachstum noch Austrocknung begünstigt.
Cannabis im Glas lagern
Die klassische Methode ist die Lagerung in luftdichten Glasbehältern. Glas ist geschmacksneutral, leicht zu reinigen und schützt zuverlässig vor Sauerstoffaustausch, wenn der Deckel dicht schließt.
Wichtig:
- Glasbehälter dunkel lagern
- nicht unnötig oft öffnen
- nur vollständig getrocknete Blüten einlagern
Für kurzfristige bis mittelfristige Lagerung ist Glas eine einfache und bewährte Lösung.
Cannabis vakuumieren
Beim Vakuumieren wird der Sauerstoff nahezu vollständig entfernt. Dadurch verlangsamt sich der oxidative Abbau von Cannabinoiden und Terpenen deutlich.
Vorteile:
- stark reduzierte Sauerstoffeinwirkung
- längere Haltbarkeit als bei normaler Lagerung
- platzsparend
Nachteile:
- mechanischer Druck kann Trichome beschädigen
- nicht ideal für häufiges Öffnen
- nur sinnvoll bei korrekt getrocknetem Cannabis
Vakuumieren eignet sich besonders für mittlere bis längere Lagerzeiträume, wenn die Blüten nicht regelmäßig genutzt werden.
Cannabis einfrieren
Das Einfrieren von Cannabis ist eine spezielle Form der Langzeitlagerung. Bei Temperaturen um −18 °C werden chemische Abbauprozesse stark verlangsamt.
Wichtig beim Einfrieren:
- Cannabis muss vollständig trocken sein
- luftdicht verpacken (z. B. vakuumiert)
- Temperaturschwankungen vermeiden
- beim Auftauen Kondenswasser verhindern
Einfrieren eignet sich vor allem für sehr lange Lagerzeiten oder zur Konservierung von Überschüssen, ist im Alltag aber nicht immer praktikabel.
Welche Lagerungsmethode ist die beste?
Das hängt vom Ziel ab:
- Kurzfristig (Wochen): luftdichtes Glas, kühl und dunkel
- Mittelfristig (Monate): Glas oder Vakuumierung
- Langfristig (viele Monate): Vakuumieren oder Einfrieren
Es gibt keine universell „beste“ Methode – entscheidend sind Nutzungsfrequenz, Menge und gewünschte Haltbarkeit.
Häufige Fehler bei der Cannabis-Lagerung
- Lagerung in Plastikbeuteln
- direkte Sonneneinstrahlung
- zu hohe Feuchtigkeit
- häufiges Öffnen der Behälter
- Lagerung in warmen Räumen
Diese Fehler führen fast immer zu Qualitätsverlusten.
Haltbarkeit von Cannabis
Auch bei optimaler Lagerung bleibt Cannabis nicht unbegrenzt stabil. Je nach Bedingungen können sich Wirkung und Aroma über die Zeit verändern. Eine sachgerechte Lagerung sorgt jedoch dafür, dass Qualitätsverluste möglichst langsam auftreten.
Fazit
Cannabis richtig zu lagern bedeutet, Licht, Luft, Wärme und Feuchtigkeit zu kontrollieren. Glas, Vakuumierung und Einfrieren sind gleichwertige Methoden, die je nach Bedarf eingesetzt werden können. Wer diese Grundlagen beachtet, erhält Qualität, Potenz und Aroma deutlich länger.
Quellen
Manns et al. (2019): Cannabis für medizinische Zwecke – Arzneibuchmonographien und Qualitätsanforderungen (inkl. Lagerung). Bundesgesundheitsblatt. Studientyp: Übersichts-/Behördenbericht.
AL Ubeed et al. (2022): Post-Harvest Operations to Generate High-Quality Medicinal Cannabis (Trocknung, Wassergehalt, Lagerung, Temperatur). Molecules. Studientyp: Systematischer Review.
Zamengo et al. (2019): Role of time and storage conditions on cannabis composition (Einfluss von Temperatur/Licht auf Cannabinoid-Abbau). Forensic Science International. Studientyp: Originalarbeit.
