THC-COOH-Abbau-Tabelle (Urin)

Stand: 02.2026

Wichtiger Hinweis vorab:
Die Nachweisbarkeit von THC-COOH hängt stark vom verwendeten Test (Screening vs. Labor) und vom Cut-off-Wert ab (z. B. 50 ng/ml vs. niedrigere Grenzwerte). Die Tabelle zeigt deshalb typische Spannbreiten zur Orientierung – keine festen Zeitangaben.


KonsumprofilTypischer Nachweisbereich (Urin)Warum schwankt das?Hinweis zur Aussagekraft
Einmaliger Konsumtypisch: wenige TageCut-off-Wert des Tests, Zeitpunkt der Urinprobe, individueller StoffwechselNachweis zeigt zurückliegenden Konsum – keine Aussage zur aktuellen Beeinträchtigung
Gelegentlicher Konsumtypisch: mehrere Tage bis etwa zwei WochenCut-off-Wert (z. B. Screening vs. Labor), Konsumabstände, Körperfett, HydrationBereits wenige Konsumtage können die Nachweiszeit verlängern
Regelmäßiger Konsumtypisch: mehrere WochenAkkumulation im Fettgewebe, langsame Freisetzung, individueller Stoffwechsel, TestgrenzenIn Quellen werden bei regelmäßigem Konsum häufig Zeiträume um mehrere Wochen genannt
Täglicher / sehr häufiger Konsumtypisch: mehrere Wochen (in Einzelfällen länger)Langfristige Akkumulation, hoher Speicheranteil, niedrige Cut-offsGroße individuelle Streuung – Einzelfälle können deutlich abweichen

Was ist THC-COOH?

THC-COOH (11-Nor-9-Carboxy-THC) ist ein inaktives Abbauprodukt von THC, das im Körper nach dem Konsum von Cannabis entsteht.
Es besitzt keine berauschende Wirkung, wird jedoch im Körper gespeichert und über einen längeren Zeitraum ausgeschieden – insbesondere über den Urin.

Angesichts dessen prüfen viele Urintests nicht THC selbst, sondern THC-COOH.
Ein positiver Nachweis zeigt dabei ausschließlich, dass in der Vergangenheit Cannabis konsumiert wurde.


Warum Urintests auf THC-COOH testen

Urin-Screenings werden häufig eingesetzt, weil THC-COOH vergleichsweise lange nachweisbar ist.
Das macht sie geeignet, um zurückliegenden Konsum festzustellen – nicht jedoch, um eine aktuelle Wirkung oder Fahruntüchtigkeit zu beurteilen.

Für die Nachweisbarkeit sind unter anderem entscheidend:

  • der verwendete Testtyp (Screening oder Laboranalyse)
  • der Cut-off-Wert des Tests
  • das zugrunde liegende Konsumverhalten

Wie die THC-COOH-Abbau-Tabelle zu verstehen ist

Die THC-COOH-Abbau-Tabelle stellt typische Orientierungsbereiche dar, wie sie in Praxis und Fachliteratur beschrieben werden.
Sie dient dazu, Unterschiede zwischen Konsummustern sichtbar zu machen.

Die angegebenen Zeiträume können im Einzelfall kürzer oder deutlich länger ausfallen.
Besonders der Cut-off-Wert des Tests und die Konsumhäufigkeit haben einen starken Einfluss.


Warum die Nachweiszeit stark schwanken kann

Die Nachweisbarkeit von THC-COOH ist individuell sehr unterschiedlich.
Zu den wichtigsten Einflussfaktoren zählen:

  • Häufigkeit und Regelmäßigkeit des Konsums
  • Speicherung im Fettgewebe
  • individueller Stoffwechsel
  • Empfindlichkeit des eingesetzten Tests

Ebendarum lassen sich keine festen Zeiträume angeben – lediglich grobe Spannbreiten.


Was THC-COOH nicht aussagt

Ein THC-COOH-Nachweis erlaubt keine Aussage über:

  • eine aktuelle berauschende Wirkung
  • die Fahrtüchtigkeit
  • den genauen Zeitpunkt des letzten Konsums

Für rechtliche Bewertungen, insbesondere im Straßenverkehr, ist daher in der Regel der THC-Wert im Blut relevant – nicht der Urinbefund. Für eine weitergehende Orientierung empfiehlt sich die Nutzung des THC-Abbau-Rechners.


Weiterführende Informationen

  • Wie Urin- und Speicheltests funktionieren, erfährst du im Überblick zum THC-Schnelltest.
  • Den Ablauf eines Urintests bei einer Verkehrskontrolle erklären wir unter THC-Urintest Polizei.
  • Warum bei rechtlichen Fragen meist der Blutwert entscheidend ist, liest du unter THC im Blut nachweisbar.
  • Für eine individuelle Einordnung der möglichen Nachweisbarkeit kann ergänzend der THC-COOH-Abbau-Rechner genutzt werden.

Quellen & methodische Hinweise (Kurzfassung)

Stand: 01/2026

  • SAMHSA – Medical Review Officer (MRO) Guidance Manual
    Amtliche Referenz für standardisierte Cannabinoid-Urintests und Cut-off-Definitionen, erklärt analytische Grenzen und Testinterpretation.
  • Moeller, K. E.; Lee, K. C.; Kissack, J. C. (Mayo Clinic Proceedings, 2017)
    Klinische Übersicht zur Interpretation von Urin-Drogentests; bestätigt, dass Urin-Nachweise auf zurückliegenden Konsum hindeuten, aber keine akute Wirkung belegen.
  • Goodwin, R. S. et al. (Clinical Chemistry, 2008)
    Empirische Daten zur Ausscheidung von THC-COOH im Urin über Zeit, mit Betonung der großen interindividuellen Variabilität.
  • Bosker, W. M.; Huestis, M. A. (Clinical Chemistry, 2009)
    Grundlagen zu Speichel- und Urintest-Matritzen; belegt, dass THC-COOH ein Urinmarker ist und in anderen Matrizen nur begrenzt relevant ist.
  • Mayo Clinic Laboratories – Laborinformationen zur Cannabinoid-Testinterpretation
    Praxisnahe Hinweise zur Bedeutung von Urin- und anderen Testbefunden in der Laboranalyse.

Methodischer Hinweis:
Die Angaben in der Tabelle basieren auf etablierten analytischen Verfahren und peer-reviewten Studien. Aufgrund individueller Unterschiede und variierender Testmethoden lassen sich keine exakten Zeitangaben machen; die Tabelle bietet typische Spannbreiten zur Orientierung.

THC-Rechner