Cannabis düngen – Ratgeber für Anfänger

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Stand: 06.2026

cannabis duengen

Cannabis stirbt selten an zu wenig Dünger. Deutlich häufiger leiden Pflanzen unter zu viel davon: zu früh gedüngt, zu stark dosiert, falscher pH-Wert, Salzstau. Wer Cannabis in Erde anbaut, braucht kein Chemielabor, sondern ein einfaches System: passende Erde, milde Düngung, sauberes Gießverhalten und einen Blick für die Pflanze.

Dieser Ratgeber erklärt, wann Cannabis Dünger braucht, welche Nährstoffe wichtig sind, wie sich Wachstums- und Blütephase unterscheiden und woran Überdüngung oder Mangel zu erkennen sind. Die Angaben beziehen sich vor allem auf den Anbau in Erde, weil er für Anfänger am fehlerverzeihendsten ist.

Cannabis düngen: die wichtigsten Punkte

  • In der Keimlingsphase braucht Cannabis normalerweise keinen Dünger.
  • Vorgedüngte Erde reicht je nach Substrat oft für mehrere Wochen.
  • In der Wachstumsphase steht Stickstoff im Vordergrund.
  • In der Blütephase steigt der Bedarf an Phosphor und Kalium.
  • Anfänger starten besser mit 25 bis 50 Prozent der Herstellerdosierung.
  • Überdüngung ist häufiger und gefährlicher als leichter Nährstoffmangel.
  • pH-Wert, Wasserhärte und Gießverhalten beeinflussen die Nährstoffaufnahme stark.
  • Organische Dünger sind langsamer, mineralische Dünger direkter und riskanter.
  • Gelbe Blätter bedeuten nicht automatisch Düngermangel.
  • Gegen Ernteende wird die Düngung meist reduziert oder beendet.

Rechtlicher Hinweis zum Eigenanbau

Der private Eigenanbau von Cannabis ist in Deutschland nur im gesetzlichen Rahmen erlaubt. Für Erwachsene gilt der Eigenanbau von bis zu drei Cannabispflanzen zum Eigenkonsum als straffrei. Pflanzen, Ernte und Cannabisprodukte müssen vor dem Zugriff von Kindern, Jugendlichen und unbefugten Dritten geschützt werden.

Düngung, Anbauzubehör und Pflanzenpflege ändern nichts an diesen Grenzen. Entscheidend bleibt, dass der Anbau privat, nicht gewerblich und im erlaubten Umfang erfolgt.

Warum Cannabis Dünger braucht

Cannabis ist eine schnell wachsende Kulturpflanze mit hohem Nährstoffbedarf. Sobald die Pflanze kräftig wächst, viele Blätter bildet und später Blüten aufbaut, verbraucht sie deutlich mehr Nährstoffe als ein kleiner Sämling. In Erde kommen diese Nährstoffe zuerst aus dem Substrat. Reicht der Vorrat nicht mehr aus, muss nachgedüngt werden.

Die drei wichtigsten Hauptnährstoffe sind Stickstoff, Phosphor und Kalium. Auf Düngerflaschen stehen sie meist als N-P-K-Wert.

  • Stickstoff (N) unterstützt Blattmasse, Triebe und vegetatives Wachstum.
  • Phosphor (P) spielt eine Rolle bei Wurzelentwicklung, Energiehaushalt und Blütenbildung.
  • Kalium (K) unterstützt Wasserhaushalt, Stabilität, Stressresistenz und Blütenentwicklung.

Dazu kommen Calcium, Magnesium, Schwefel und Spurenelemente wie Eisen, Mangan, Bor, Zink oder Kupfer. Gute Cannabisdünger decken diese Mikronährstoffe meist mit ab. Trotzdem können Mängel entstehen, besonders bei hartem Leitungswasser, falschem pH-Wert, ausgelaugter Erde oder zu hoher Salzbelastung im Topf.

Der wichtigste Punkt: Nicht jeder sichtbare Schaden ist ein echter Nährstoffmangel. Zu viel Dünger, falsches Gießen, Kälte, Hitze, schlechtes Licht oder ein blockierter pH-Bereich können ähnlich aussehen. Genau deshalb ist blindes Nachdüngen einer der zuverlässigsten Wege zu kaputten Pflanzen.

Düngeschema nach Phase

PhaseDüngungTypisches Risiko
Keimungkein Düngerverbrannte Wurzeln durch zu scharfe Erde
Sämlinghöchstens sehr mild, meist gar nichtÜberdüngung, Staunässe
Frühe Wachstumsphase25 bis 50 Prozent Schemazu schneller Einstieg
Starke Wachstumsphaselangsam steigernStickstoffüberschuss oder Mangel
BlütestartÜbergang auf Blütedüngerzu abrupter Stickstoffentzug
HauptblüteBlütedünger nach BedarfSalzstau, pH-Probleme
Späte BlüteDüngung reduzieren oder auslaufen lassenunnötige Restdüngung

Diese Tabelle ist kein starres Rezept. Erde, Topfgröße, Sorte, Lichtstärke, Temperatur, Wasserhärte und Düngerart verändern den Bedarf. Ein kleiner Sämling in vorgedüngter Erde braucht keine Nahrung aus der Flasche. Eine große Pflanze in kleinem Topf unter starkem Licht verbraucht dagegen deutlich schneller Nährstoffe.

Keimung und Sämlingsphase: erst einmal nichts tun

In der Keimung und frühen Sämlingsphase wird Cannabis normalerweise nicht gedüngt. Der Keimling nutzt zunächst die Reserven aus dem Samen. Zu frühe Düngung bringt in dieser Phase kaum Vorteile, kann aber junge Wurzeln beschädigen.

Geeignet sind Anzuchterde, Light-Mix oder ein anderes mildes Substrat. Stark vorgedüngte Erde kann Sämlinge überfordern, besonders wenn zusätzlich noch Flüssigdünger gegeben wird. In den ersten rund zwei Wochen reicht meist gleichmäßige, vorsichtige Feuchtigkeit. Die Erde sollte nicht austrocknen, aber auch nicht dauerhaft nass sein.

Eine erste sehr milde Düngergabe kommt erst infrage, wenn mehrere echte Blattpaare vorhanden sind und die Pflanze aktiv wächst. Bei vorgedüngter Erde kann dieser Zeitpunkt deutlich später liegen.

Wachstumsphase: Stickstoff rückt in den Vordergrund

In der vegetativen Phase bildet Cannabis Blätter, Seitentriebe, Stängel und Wurzeln. Dafür braucht die Pflanze vor allem Stickstoff. Wachstumsdünger tragen deshalb oft Bezeichnungen wie Grow, Vega oder Vegetation und haben meist einen höheren Stickstoffanteil.

Typische N-P-K-Verhältnisse in dieser Phase können etwa 7-3-5, 9-4-5 oder ähnlich aussehen. Entscheidend ist nicht die exakte Zahl, sondern die Richtung: mehr Stickstoff, moderater Phosphor, ausreichend Kalium.

Bei vorgedüngter Erde beginnt die zusätzliche Düngung nicht automatisch nach Kalender, sondern nach Pflanzenzustand. Kräftiges Grün, stabile Triebe und zügiges Wachstum sprechen dafür, dass noch genug Nährstoffe vorhanden sind. Wird das Laub heller, beginnt die Vergilbung an älteren unteren Blättern und wächst die Pflanze langsamer, kann Stickstoff knapp werden.

Für Anfänger ist eine einfache Regel sinnvoll: lieber niedrig starten und langsam steigern. Viele Hersteller-Schemata sind eher auf optimale Bedingungen ausgelegt. Im Hobbyanbau mit Erde, schwankender Wasserqualität und wechselndem Licht sind 25 bis 50 Prozent der empfohlenen Dosierung zum Start oft vernünftiger als volle Konzentration.

Blütephase: Phosphor und Kalium werden wichtiger

Mit Beginn der Blüte verändert sich der Nährstoffbedarf. Die Pflanze wächst zunächst noch weiter, baut dann aber zunehmend Blütenmasse auf. Jetzt wird meist auf Blütedünger umgestellt. Diese Produkte enthalten weniger Stickstoff und mehr Phosphor und Kalium.

Der Wechsel sollte nicht brutal erfolgen. Direkt nach der Lichtumstellung oder zu Beginn der natürlichen Blütephase braucht die Pflanze oft noch etwas Stickstoff, weil sie weiter streckt und neue Blattmasse bildet. Ein abrupter Entzug kann zu frühem Vergilben führen. Dunkelgrüne, glänzende Blätter sprechen dagegen eher für genug oder zu viel Stickstoff.

In der frühen Blüte ist der Bedarf oft hoch. In der späten Blüte wird die Düngung häufig reduziert. Bei mineralischer Flüssigdüngung beenden viele Grower die Nährstoffgabe in den letzten Tagen oder Wochen und gießen nur noch mit Wasser. Bei organischem Anbau oder Living Soil ist das Thema weniger mechanisch: Dort werden Nährstoffe langsamer umgesetzt, und ein hartes „Spülen“ ist nicht immer sinnvoll.

Wichtig ist die saubere Einordnung: Gelbe Blätter am Ende der Blüte sind nicht automatisch ein Problem. Die Pflanze verlagert Reserven, ältere Blätter bauen ab, der Lebenszyklus nähert sich dem Ende. Panisches Nachdüngen kurz vor der Ernte bringt selten etwas Gutes.

Organisch oder mineralisch düngen?

Bei Cannabisdüngern gibt es zwei Grundrichtungen: organisch und mineralisch. Beide funktionieren. Der Unterschied liegt vor allem darin, wie schnell Nährstoffe verfügbar werden und wie präzise die Düngung gesteuert werden kann.

Organischer Cannabis-Dünger

Organische Dünger bestehen aus pflanzlichen, tierischen oder mikrobiell umgesetzten Ausgangsstoffen. Dazu gehören etwa Kompostbestandteile, Pflanzenextrakte, Vinasse, Guano, Wurmhumus oder organische Flüssigdünger. Die Nährstoffe liegen nicht sofort vollständig frei vor, sondern werden durch Mikroorganismen im Boden verfügbar gemacht.

Das macht organische Düngung langsamer, aber oft gutmütiger. Kleine Dosierfehler wirken sich nicht immer sofort dramatisch aus. Gleichzeitig wird das Bodenleben unterstützt. Für Anfänger auf Erde ist organische Düngung deshalb oft eine stabile Wahl.

Der Nachteil: Akute Mängel lassen sich langsamer korrigieren. Wer zu spät reagiert, sieht nicht sofort eine Verbesserung. Organische Systeme brauchen mehr Geduld und ein halbwegs lebendiges Substrat.

Mineralischer Cannabis-Dünger

Mineralische Dünger enthalten Nährsalze, die in Wasser gelöst direkt verfügbar sind. Die Pflanze kann sie schnell aufnehmen. Das ist präzise, effektiv und bei Mängeln oft schneller wirksam.

Der Preis dieser Kontrolle ist ein höheres Fehlerrisiko. Zu hohe Konzentrationen können Wurzeln stressen, Salz im Substrat anreichern und die Nährstoffaufnahme blockieren. Besonders bei mineralischer Düngung sind pH-Wert, Drain und Dosierung wichtig.

Mineralische Dünger sind nicht automatisch schlecht. Sie verlangen nur mehr Disziplin. Wer nach Schema arbeitet, niedrig startet und die Pflanze beobachtet, kann auch mit mineralischen Produkten gute Ergebnisse erzielen.

Erde, Light-Mix, All-Mix: der Start entscheidet viel

Nicht jede Erde braucht denselben Düngeplan. Ein großer Teil der Fehler entsteht, weil Substrat und Dünger nicht zusammen gedacht werden.

Light-Mix ist nur leicht vorgedüngt. Er eignet sich gut für Sämlinge und junge Pflanzen, braucht aber früher zusätzliche Nährstoffe. All-Mix oder stark vorgedüngte Erde enthält deutlich mehr Nährstoffe und kann junge Pflanzen anfangs überfordern. Dafür muss später oft weniger schnell nachgedüngt werden.

In großen Töpfen hält der Nährstoffvorrat länger als in kleinen Töpfen. Outdoor-Pflanzen in großen Kübeln oder Beeten können auf mehr Erde zugreifen und brauchen oft seltener Flüssigdünger. Indoor unter starkem Licht wachsen Pflanzen schneller und verbrauchen Wasser und Nährstoffe zügiger.

Ein guter Düngeplan beginnt deshalb nicht bei der Flasche, sondern beim Substrat.

pH-Wert, EC und Wasserhärte

Dünger wirkt nur, wenn die Pflanze die Nährstoffe aufnehmen kann. Dafür ist der pH-Wert entscheidend. In Erde liegt ein sinnvoller Bereich häufig etwa zwischen 6,2 und 6,8. Wird der Bereich deutlich verlassen, können Nährstoffe blockiert werden, obwohl sie im Topf vorhanden sind.

Dann entsteht der klassische Anfängerfehler: Die Pflanze zeigt Mangelzeichen, also wird mehr gedüngt. Tatsächlich liegt aber eine Aufnahmestörung vor. Mehr Dünger verschärft das Problem.

Der EC-Wert beschreibt vereinfacht die Menge gelöster Salze im Wasser oder Drain. Für Anfänger ist ein EC-Messgerät nicht zwingend Pflicht, aber bei mineralischer Düngung hilfreich. Es zeigt, ob die Nährlösung sehr schwach oder sehr konzentriert ist.

Auch die Wasserhärte spielt eine Rolle. Hartes Leitungswasser enthält oft viel Calcium und Magnesium, kann aber den pH-Wert erhöhen. Sehr weiches Wasser oder Osmosewasser kann dagegen zusätzliche Calcium- und Magnesiumgaben nötig machen. CalMag-Produkte sind deshalb nicht grundsätzlich nötig, aber in bestimmten Wassersituationen sinnvoll.

Überdüngung erkennen

Überdüngung wirkt oft dramatischer als Mangel und kann schneller Schaden anrichten. Typische Hinweise sind:

  • sehr dunkle, teils bläulich-grüne Blätter
  • glänzende, ledrige Blattoberflächen
  • nach unten gekrümmte Blattspitzen
  • braune, vertrocknete Blattspitzen
  • verlangsamtes Wachstum trotz kräftiger Farbe
  • weiße Krusten auf Erde oder Topfrand
  • eingerollte Blätter und Salzstress
  • Flecken, Nekrosen oder verbrannte Blattränder

Besonders typisch ist der sogenannte Tip Burn: Die Blattspitzen werden braun, während der Rest des Blattes noch relativ gesund aussieht. Das ist oft ein frühes Warnsignal für zu hohe Nährstoffkonzentration.

Bei deutlicher Überdüngung wird nicht weiter gedüngt. Zuerst braucht die Pflanze Ruhe, passendes Wasser und ein stabiler pH-Bereich. Bei mineralischer Düngung und starkem Salzstau kann ein vorsichtiges Durchspülen sinnvoll sein. Bei organischer Erde sollte nicht reflexartig gespült werden, weil dadurch auch Bodenleben und Substratbalance gestört werden können.

Nährstoffmangel erkennen

Nährstoffmangel entwickelt sich meist langsamer. Die Symptome hängen davon ab, welcher Nährstoff fehlt und ob er in der Pflanze mobil ist.

Typische Hinweise:

  • Stickstoffmangel: ältere untere Blätter werden hellgrün bis gelb
  • Magnesiummangel: gelbe Bereiche zwischen grünen Blattadern, oft an älteren Blättern
  • Eisenmangel: junge Blätter vergilben, Adern bleiben länger grün
  • Kaliummangel: braune Blattränder, Flecken, schwächere Blütenentwicklung
  • Phosphormangel: langsames Wachstum, dunklere Blätter, teils rötliche Stiele
  • Calciummangel: Flecken, verformte junge Blätter, gestörtes Wachstum

Rötliche oder violette Stängel sind kein sicherer Beweis für Phosphormangel. Genetik, Kälte, Lichtstress und allgemeiner Stress können ähnlich aussehen. Einzelne Symptome sollten deshalb nie isoliert bewertet werden.

Der wichtigste Diagnosepunkt lautet: Mangel trotz Düngung ist oft kein echter Mangel, sondern ein Aufnahmeproblem. Dann sind pH-Wert, Wurzelzustand, Gießrhythmus und Salzbelastung wichtiger als die nächste Düngergabe.

Richtig gießen, richtig düngen

Düngen und Gießen gehören zusammen. Selbst der beste Dünger bringt wenig, wenn die Wurzeln dauerhaft zu nass, zu trocken oder schlecht belüftet sind.

Cannabis mag einen Wechsel aus Feuchtigkeit und Sauerstoff im Wurzelraum. Dauerhaft nasse Erde kann Wurzeln schwächen. Zu trockene Erde kann Nährstoffaufnahme und Bodenleben bremsen. Gedüngt wird deshalb am besten in leicht feuchte Erde, nicht in knochentrockenes Substrat.

Bei mineralischer Düngung ist etwas Drain sinnvoll, damit sich nicht dauerhaft Salze im Topf sammeln. Bei organischem Anbau wird oft zurückhaltender mit starkem Drain gearbeitet, damit Nährstoffe und Mikroorganismen nicht unnötig ausgespült werden.

Zimmerwarmes, abgestandenes Leitungswasser ist für viele Setups ausreichend. Regenwasser kann funktionieren, ist aber je nach Lagerung, Verschmutzung und Mineralgehalt nicht automatisch besser.

Autoflowering Cannabis düngen

Autoflowering-Sorten haben eine kürzere Lebenszeit und wechseln unabhängig vom Lichtzyklus in die Blüte. Dadurch bleibt weniger Zeit, Fehler auszugleichen. Eine Überdüngung in Woche drei oder vier kann bei Autos stärker ins Gewicht fallen als bei photoperiodischen Pflanzen, die länger regenerieren können.

Autos werden deshalb meist vorsichtiger gedüngt. Stark vorgedüngte Erde, volle Herstellerdosierung und frühe Booster sind für Anfänger keine gute Kombination. Sinnvoller ist ein milder Start, ein leichter Wachstumsdünger bei erkennbarem Bedarf und ein vorsichtiger Übergang zur Blütedüngung.

Auch hier gilt: Die Pflanze entscheidet mehr als der Kalender.

Düngerlinien: worauf es beim Kauf ankommt

Viele Hersteller bieten komplette Cannabis-Düngerlinien an. Bekannt sind unter anderem BioBizz, Canna, Hesi, Plagron, Advanced Nutrients, Green House Feeding oder Terra Aquatica. Für Anfänger ist nicht entscheidend, möglichst viele Flaschen zu kaufen. Wichtiger ist, dass Dünger, Substrat und Anbaumethode zusammenpassen.

Für den Einstieg reichen oft:

  • ein passender Wachstumsdünger
  • ein passender Blütedünger
  • gegebenenfalls ein CalMag-Produkt bei sehr weichem Wasser oder typischen Mangelproblemen
  • ein pH-Test oder pH-Messgerät

Booster, Enzyme, Wurzelstimulatoren und Zusatzprodukte können sinnvoll sein, sind aber kein Ersatz für Grundversorgung, Licht, Klima und richtiges Gießen. Viele Probleme im Hobbyanbau entstehen nicht durch fehlende Spezialprodukte, sondern durch zu viele Flaschen bei zu wenig System.

Die häufigsten Fehler beim Cannabis düngen

Zu früh düngen

Sämlinge brauchen keine volle Nährlösung. Wer direkt nach der Keimung düngt, riskiert verbrannte Wurzeln und Wachstumsstörungen.

Zu stark düngen

Volle Herstellerdosierung ist nicht immer anfängertauglich. Niedriger Start und langsame Steigerung sind sicherer.

Gelbe Blätter falsch deuten

Gelbe Blätter können Nährstoffmangel bedeuten, aber auch pH-Probleme, Überwässerung, Wurzelschäden, Lichtstress oder natürliche Alterung.

Falscher pH-Wert

Ein ungeeigneter pH-Wert blockiert Nährstoffe. Dann sieht die Pflanze hungrig aus, obwohl der Topf voll mit Nährsalzen ist.

Zu viele Produkte mischen

Mehr Flaschen bedeuten nicht automatisch bessere Pflanzen. Je komplexer das Schema, desto schwerer wird die Fehlersuche.

Späte Panikdüngung

Kurz vor der Ernte noch stark nachzudüngen, bringt selten Vorteile. In der Schlussphase ist weniger oft sinnvoller.

Praktische Grundregel

Cannabis düngen heißt nicht, die Pflanze ständig zu füttern. Es heißt, den Bedarf im richtigen Moment zu erkennen. Junge Pflanzen brauchen Zurückhaltung. Kräftige Pflanzen in der Wachstumsphase brauchen Stickstoff. Blühende Pflanzen brauchen mehr Phosphor und Kalium. Gestresste Pflanzen brauchen oft nicht mehr Dünger, sondern bessere Bedingungen.

Die beste Anfängerstrategie ist unspektakulär: gute Erde, passende Topfgröße, milde Dosierung, pH im Blick, sauberes Gießen und keine hektischen Korrekturen bei jedem Blattfleck.

Cannabis ist robust. Viele Pflanzen verzeihen kleine Mängel. Eine massive Überdüngung verzeihen sie deutlich schlechter.

FAQ: Cannabis düngen

Muss Cannabis immer gedüngt werden?

Nein. In vorgedüngter Erde kann Cannabis mehrere Wochen ohne Zusatzdünger wachsen. Entscheidend sind Substrat, Topfgröße, Pflanzenstadium und Wachstumsgeschwindigkeit. Sämlinge brauchen normalerweise keinen Dünger.

Wann beginnt man mit dem Düngen?

Eine erste milde Düngung kommt infrage, wenn die Pflanze mehrere echte Blattpaare gebildet hat, aktiv wächst und die Erde nicht mehr genug Nährstoffe liefert. Bei Light-Mix kann das früher passieren, bei stark vorgedüngter Erde später.

Ist organischer Dünger besser für Anfänger?

Oft ja, weil organische Dünger langsamer wirken und kleine Fehler eher abfedern. Mineralische Dünger sind präziser und schneller, erhöhen aber das Risiko für Salzstau und Überdüngung.

Warum werden Cannabisblätter trotz Dünger gelb?

Gelbe Blätter können durch echten Nährstoffmangel entstehen, aber auch durch falschen pH-Wert, Staunässe, Wurzelschäden, Lichtstress oder natürliche Alterung in der Blüte. Mehr Dünger ist nicht automatisch die richtige Lösung.

Braucht Cannabis CalMag?

Nicht immer. CalMag kann bei sehr weichem Wasser, Osmosewasser oder typischen Calcium-/Magnesiummängeln sinnvoll sein. Bei hartem Leitungswasser ist zusätzliche CalMag-Gabe nicht automatisch nötig.

Soll Cannabis vor der Ernte gespült werden?

Bei mineralischer Düngung wird die Nährstoffgabe gegen Ende häufig reduziert oder beendet. Ein starkes Spülen ist aber nicht in jedem System sinnvoll. Bei organischem Anbau oder Living Soil wird eher auf einen sauberen, auslaufenden Nährstoffhaushalt geachtet als auf radikales Durchspülen.

Quellen

  • Bundesministerium für Gesundheit: Fragen und Antworten zum Cannabisgesetz. Deckt: privater Eigenanbau, Drei-Pflanzen-Regel, Schutzpflichten.
  • Bernstein N. et al. (2019): Impact of N, P, K and humic acid supplementation on the chemical profile of medical cannabis. Frontiers in Plant Science. Studientyp: Originalarbeit. Deckt: Einfluss von Nährstoffversorgung auf Wachstum und Inhaltsstoffprofil.
  • Bevan L. et al. (2021): Optimisation of Nitrogen, Phosphorus, and Potassium for Soilless Production of Cannabis sativa in the Flowering Stage Using Response Surface Analysis. Frontiers in Plant Science. Studientyp: Originalarbeit. Deckt: N-P-K-Versorgung in der Blüte unter kontrollierten Bedingungen.
  • Cockson P. et al. (2019): Characterization of Nutrient Disorders of Cannabis sativa. Applied Sciences. Studientyp: Originalarbeit/Diagnostik. Deckt: typische Nährstoffmängel, Überschüsse und sichtbare Symptome.
  • Kpai P. Y. et al. (2024): Mineral nutrition for Cannabis sativa in the vegetative stage using response surface analysis. Frontiers in Plant Science. Studientyp: Originalarbeit. Deckt: N-P-K-Bedarf in der vegetativen Phase.
  • Wee B. et al. (2024): Same, yet different: towards understanding nutrient use in hemp- and drug-type Cannabis. Journal of Experimental Botany / PMC. Studientyp: Review. Deckt: Nährstoffaufnahme, Unterschiede zwischen Hanf- und drug-type Cannabis, Forschungsstand.
  • Marschner P. (Hrsg.) (2012): Marschner’s Mineral Nutrition of Higher Plants. Academic Press. Studientyp: Fachbuch/Standardwerk. Deckt: Grundlagen der Pflanzenernährung, Makro- und Mikronährstoffe, Mangel, Überschuss und Salzstress.
  • Mississippi State University Extension: Soil pH and nutrient availability. Deckt: Zusammenhang zwischen pH-Wert und Nährstoffverfügbarkeit.
  • Oklahoma State University Extension: pH and EC in nutrient solutions and root media. Deckt: pH, elektrische Leitfähigkeit, Salzbelastung und Nährstoffverfügbarkeit.
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