White Widow: Wirkung, THC, Herkunft und Anbau

white widow

White Widow gehört zu den bekanntesten Cannabissorten der 1990er-Jahre. International bekannt wurde der Name vor allem durch Green House Seed Company, deren Version 1995 beim High Times Cannabis Cup ausgezeichnet wurde. Die auffällige Harzbildung und die Verbindung aus brasilianischer und südindischer Genetik prägten das Bild der Sorte.

Die Entstehungsgeschichte ist allerdings umstritten. Verschiedene Beteiligte der damaligen niederländischen Züchterszene beanspruchen einen Anteil an der ursprünglichen Genetik. Heute führen mehrere etablierte Breeder eigene Versionen, die trotz des gleichen Namens nicht automatisch genetisch identisch sind.

White Widow auf einen Blick

Die folgenden Angaben beziehen sich auf die aktuell von Green House Seed Company angebotene feminisierte Version:

  • Breeder: Green House Seed Company
  • Genetik: Brazilian × South Indian
  • Typ: feminisiert, photoperiodisch
  • Sativa / Indica: 40 % / 60 % laut Hersteller
  • THC: bis zu rund 26 % laut Hersteller
  • CBD: 0,10 % laut Hersteller
  • Blütezeit: etwa 8 Wochen
  • Ertrag indoor: bis zu 800 g/m² laut Hersteller
  • Ertrag outdoor: bis zu 900 g pro Pflanze laut Hersteller
  • Outdoor-Ernte: Ende September
  • Aroma laut Breeder: würzig, holzig, süßlich und erdig

Vor allem THC- und Ertragswerte sind Herstellerangaben und sollten als mögliche Spitzenwerte verstanden werden. Ältere Daten zur gleichen Samenlinie nennen teilweise niedrigere Werte.

Herkunft und Genetik

Als genetische Grundlage wird meist eine brasilianische Sativa mit einer südindischen Indica beschrieben. Green House Seed Company führt diese Kombination weiterhin als Abstammung der eigenen Samenlinie.

Weniger eindeutig ist die Frage, wer die ursprüngliche Kreuzung entwickelt hat. Shantibaba, der in den 1990er-Jahren Mitgründer und Breeder bei Green House war, beansprucht die ursprüngliche Züchtung für sich. Nach seinem späteren Wechsel zu Mr. Nice Seedbank wurde die entsprechende Linie dort unter dem Namen Black Widow weitergeführt.

Aus dem Umfeld von Green House existieren dagegen Darstellungen, nach denen der niederländische Züchter Ingemar bereits zuvor eine entscheidende Rolle bei der Entstehung gespielt habe. Eine zweifelsfrei belegte Version dieser Geschichte lässt sich heute nicht mehr herstellen.

Gesichert ist dagegen, dass Green House Seed Company die Sorte Mitte der 1990er-Jahre international bekannt machte und 1995 mit ihr beim High Times Cannabis Cup erfolgreich war.

Wirkung

Die Wirkung wird häufig als körperlich entspannend beschrieben, zugleich aber auch als deutlich geistig wahrnehmbar und anregend. Green House charakterisiert die eigene Linie entsprechend als zunächst entspannend und anschließend stärker cerebral geprägt.

Auch unabhängige Nutzerangaben ergeben kein rein körperliches Wirkungsbild. Bei SeedFinder werden unter anderem aktivierende und gedanklich anregende Effekte genannt.

Der aktuell von Green House angegebene THC-Wert von bis zu rund 26 % liegt deutlich über älteren Daten zur gleichen Linie. Andere heutige Breeder nennen wiederum eigene Werte. Ein allgemeiner THC-Gehalt für den Sortennamen wäre deshalb wenig aussagekräftig.

Wie intensiv die Wirkung tatsächlich ausfällt, hängt zusätzlich von Dosis, Toleranz, individueller Empfindlichkeit, Konsumform und konkreter Pflanze ab.

Aroma und Geschmack

Bei mehreren heutigen Linien tauchen erdige, würzige, holzige und kiefernartige Noten wiederholt auf. Green House nennt zusätzlich süßliche Nuancen und bei einzelnen Phänotypen einen metallischen Einschlag.

SeedFinder-Nutzer beschreiben bei der Green-House-Version unter anderem haschartige und holzige Aromen. Dutch Passion nennt für die eigene Linie vor allem würzige und kiefernartige Noten mit möglichen Zitrus-, Diesel- oder metallischen Akzenten.

Erdige, würzige und holzige Noten finden sich damit bei mehreren Linien, unterscheiden sich aber in ihrer Ausprägung.

Anbau und Eigenschaften der Pflanze

Die aktuelle Green-House-Linie wird mit einer Blütezeit von rund acht Wochen angegeben. Damit gehört sie zu den vergleichsweise schnell blühenden photoperiodischen Hybriden.

Bei Wuchs und Phänotypen zeigt sich allerdings eine gewisse Spannbreite. SeedFinder dokumentiert bei dieser Linie sowohl stärker gestreckte, sativadominierte als auch kurze und kompaktere Pflanzen.

Auch andere Breeder bieten technisch abweichende Versionen an. Dutch Passion nennt für die eigene Linie etwa sieben bis neun Wochen Blüte, während Royal Queen Seeds eine S1-Version mit eigenen Höhen-, Ertrags- und Blüteangaben führt.

Die hohen Ertragswerte im Herstellerdatenblatt von Green House beschreiben ein mögliches Potenzial unter günstigen Bedingungen. Sie sollten nicht als typisches Ergebnis einer einzelnen Pflanze vorausgesetzt werden.

Outdoor nennt der Breeder Ende September als Erntezeitpunkt und beschreibt milde, gemäßigte Regionen als geeignet. Der vergleichsweise frühe Termin kann gegenüber spät reifenden Sorten von Vorteil sein.

Erfahrungen

Zur Version von Green House Seed Company existiert eine brauchbare unabhängige Erfahrungsbasis. GrowDiaries führt zahlreiche dokumentierte Tagebücher und abgeschlossene Ernten, SeedFinder ergänzt diese um Nutzerprofile und direkte Sortenvergleiche.

Die Berichte zeigen deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Phänotypen. Sowohl kompaktere, stärker indica-geprägte als auch deutlich gestrecktere Pflanzen werden beschrieben.

Auch bei Wirkung und Blüteverhalten fallen die Erfahrungen nicht vollständig einheitlich aus.

Welche Samenbanken führen White Widow?

Green House Seed Company führt weiterhin eine feminisierte photoperiodische Version mit Brazilian × South Indian als angegebener Genetik. Sie steht historisch besonders eng mit der internationalen Bekanntheit des Namens in den 1990er-Jahren in Verbindung.

Dutch Passion bietet ebenfalls eine eigene feminisierte Linie an. Der Breeder beschreibt sie als Kreuzung brasilianischer und indischer Genetik und führt zusätzlich eine Autoflowering-Version.

Royal Queen Seeds führt eine eigene feminisierte S1-Version mit ausgeglichenem Verhältnis zwischen Indica und Sativa. Auch dort existiert zusätzlich eine Automatic-Variante.

Zamnesia Seeds bietet eine eigene feminisierte Version sowie weitere Varianten auf Basis der bekannten Genetik an.

Mr. Nice Seedbank nimmt eine Sonderstellung ein. Dort wird die von Shantibaba weitergeführte Genetik unter dem Namen Black Widow angeboten. Mr. Nice beschreibt sie als Kombination aus brasilianischer Sativa und südindischem Hybrid und als Fortführung der ursprünglichen Eltern der früheren Linie.

Gleiche oder ähnliche Sortennamen bedeuten bei diesen Angeboten nicht automatisch, dass Selektion, Phänotypen und technische Eigenschaften identisch sind.

Fazit

White Widow wurde Mitte der 1990er-Jahre zu einer der bekanntesten niederländischen Cannabissorten und prägte zahlreiche spätere Züchtungen. Gleichzeitig gehört ihre Entstehungsgeschichte zu den weniger eindeutig dokumentierten Kapiteln der modernen Cannabiszucht.

Die heutige Green-House-Version lässt sich durch ein klares Datenblatt und zahlreiche unabhängige Growberichte vergleichsweise gut einordnen. Andere etablierte Breeder führen jedoch eigene Linien mit teilweise abweichenden Eigenschaften.

Bei Angaben zu THC, Blütezeit, Wuchs oder Ertrag sollte deshalb immer berücksichtigt werden, von welchem Breeder die jeweilige Samenlinie stammt.

Quellen

  • Green House Seed Company: aktuelle Primärquelle zu Genetik, THC, CBD, Blütezeit, Ertrag, Wirkung und Aroma
  • Mr. Nice Seedbank: Black Widow und Angaben zur Weiterführung der ursprünglichen Eltern durch Shantibaba
  • Dutch Passion: aktuelle eigene Version und Angaben zu Herkunft, Aroma, Wuchs und Blütezeit
  • Royal Queen Seeds: aktuelle S1-Version und Einordnung heutiger Varianten
  • SeedFinder: unabhängige Angaben zur Green-House-Version, Phänotypen, Wirkung und historische Hintergrundinformationen
  • GrowDiaries: dokumentierte Growtagebücher und Ernten zur Green-House-Version

Stand: 08.2026

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