Cannabispolitik der Parteien 2026: Wer Freiheit will – und wer zurück zur Kriminalisierung

Die deutsche Cannabispolitik steht erneut vor einer Richtungsentscheidung. Seit dem 1. April 2024 dürfen Erwachsene begrenzte Mengen Cannabis besitzen und bis zu drei Pflanzen privat anbauen. Seit Juli 2024 ist außerdem der gemeinschaftliche Eigenanbau in Anbauvereinigungen erlaubt.

Eine vollständige Legalisierung war das nicht. Deutschland hat den Besitz teilweise entkriminalisiert, aber keinen normalen legalen Markt geschaffen. Wer weder selbst anbaut noch Mitglied einer Anbauvereinigung ist, hat weiterhin kaum reguläre Bezugswege.

CDU und CSU wollen selbst diesen begrenzten Freiheitsgewinn wieder zurücknehmen. Beide Parteien fordern eine Rückkehr zum strafrechtlichen Verbot. Auch die AfD will die Freigabe außerhalb medizinischer Anwendungen rückgängig machen, lässt die konkrete Ausgestaltung einer erneuten Verbotsordnung jedoch offen.

Grüne, FDP und Linke verteidigen die Entkriminalisierung. Grüne und Linke fordern darüber hinaus ausdrücklich zusätzliche legale Bezugswege. Die SPD verspricht in ihrem Programm eine weitergehende Legalisierung, ordnet dieses Ziel in der Bundesregierung aber dem Koalitionsfrieden mit der Union unter.

Beim BSW fehlt im Bundestagswahlprogramm 2025 eine eigenständige bundespolitische Position zum Cannabisgesetz.

Das Wichtigste in Kürze

  • CDU: will Besitz, Anbau und Vertrieb wieder vollständig verbieten und bestrafen.
  • CSU: steht für denselben Verbotskurs und inszeniert Cannabis besonders offensiv als Sicherheits- und Gesundheitsgefahr.
  • AfD: will die Freigabe außerhalb medizinischer Anwendungen rückgängig machen, bleibt bei den konkreten Folgen aber unklar.
  • SPD: ist programmatisch für eine weitergehende Legalisierung, zeigt in der Regierung jedoch wenig Durchsetzungskraft.
  • Grüne: wollen Entkriminalisierung, Fachgeschäfte und kontrollierte legale Bezugswege.
  • FDP: verteidigt Legalisierung, Eigenverantwortung und Schadensminderung, bleibt bei weiteren Marktmodellen aber vergleichsweise unkonkret.
  • Linke: fordert die umfassendste Legalisierung und die deutlichste Abkehr von staatlicher Repression.
  • BSW: besitzt im Bundestagswahlprogramm keine erkennbare Cannabislinie.

Cannabispolitik der Parteien im Cannastreet-Check

Der Legalisierungs-Score bewertet fünf Punkte: Entkriminalisierung, legalen Zugang, Eigenanbau, Ablehnung von Strafverfolgung und die Bereitschaft, das bestehende Gesetz freiheitsorientiert weiterzuentwickeln.

ParteiPositionLegalisierungs-ScoreCannastreet-Einordnung
CDUCannabisgesetz aufheben, Besitz, Anbau und Vertrieb wieder verbieten0/5offene Rückkehr zur Kriminalisierung
CSULegalisierung vollständig zurückdrehen0/5besonders repressiver Verbotskurs
AfDFreigabe außerhalb medizinischer Anwendungen korrigieren0,5/5paternalistisch und abstinenzorientiert
SPDprogrammatisch für weitere Legalisierung, praktisch an die Union gebunden2,5/5richtige Richtung, geringe Verlässlichkeit
GrüneLegalisierung erhalten, Fachgeschäfte ermöglichen4/5klar pro Legalisierung, aber stark regulierungsorientiert
FDPLegalisierung erhalten und Kriminalisierung beenden4/5freiheitsorientiert, aber wenig konkret
Linkevollständige Legalisierung und umfassende Entkriminalisierung5/5konsequenteste Position gegen Repression
BSWkeine erkennbare Programmpositionoffenpolitische Leerstelle bei einem Freiheitsthema

Die Ausgangslage: Entkriminalisierung ohne legalen Markt

Das Konsumcannabisgesetz erlaubt Erwachsenen Besitz, privaten Eigenanbau und den gemeinschaftlichen Anbau innerhalb enger Grenzen. Ein regulärer Verkauf in lizenzierten Geschäften wurde dagegen nicht eingeführt.

Genau darin liegt der zentrale Konstruktionsfehler: Der Staat erlaubt den Besitz, verweigert aber einem großen Teil der Konsumenten einen realistischen legalen Zugang. Der fortbestehende Schwarzmarkt ist daher kein Beweis gegen Legalisierung, sondern eine vorhersehbare Folge ihrer unvollständigen Umsetzung.

Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD wurde keine Abschaffung des Cannabisgesetzes vereinbart. Festgehalten wurde lediglich eine „ergebnisoffene Evaluierung“. Die Bundesregierung ist damit nicht zur Rücknahme verpflichtet, hat den Fortbestand der Entkriminalisierung aber ebenso wenig abgesichert.

FDP und BSW sind im 21. Deutschen Bundestag nicht vertreten. Politisch bleiben beide Parteien relevant, besitzen derzeit aber keinen direkten Einfluss auf Bundesgesetze.

CDU: Zurück zu Verbot und Strafverfolgung

Bei der CDU gibt es inzwischen wenig Interpretationsspielraum.

Der Bundesparteitag beschloss im Februar 2026, das Cannabisgesetz aufzuheben. Besitz, Anbau und Vertrieb von Cannabis sollen wieder vollständig verboten und unter Strafe gestellt werden.

Das ist keine moderate Nachbesserung. Es ist die ausdrückliche Forderung nach erneuter Kriminalisierung.

Heute legaler Eigenanbau würde wieder zur Straftat. Erwachsene könnten erneut wegen einiger Pflanzen, einer Ernte oder einer mitgeführten Menge Cannabis verfolgt werden. Anbauvereinigungen würden ihre rechtliche Grundlage verlieren.

Die CDU spricht von Sicherheit, Ordnung und Gesundheitsschutz. Praktisch bedeutet ihr Modell:

  • mehr Strafverfahren,
  • mehr Kontrollen,
  • mehr Eingriffe in Privaträume,
  • mehr staatliche Überwachung,
  • stärkere Abhängigkeit vom Schwarzmarkt.

Die Partei erklärt nicht überzeugend, warum dieselbe Verbotsordnung, die den illegalen Cannabismarkt über Jahrzehnte nicht beseitigt hat, diesmal funktionieren sollte.

Der CDU-Kurs ist deshalb keine konservative Vorsicht, sondern die Rückkehr zu einer gescheiterten Repressionspolitik.

CSU: Verbotspolitik als politische Identität

Die CSU vertritt inhaltlich dieselbe Linie wie die CDU, kommuniziert sie aber noch aggressiver.

Cannabis wird regelmäßig mit Kontrollverlust, organisierter Kriminalität und gesellschaftlicher Gefahr verbunden. Der erwachsene Konsument erscheint nicht als selbstbestimmter Bürger, sondern als Problem, das der Staat begrenzen, belehren und notfalls bestrafen müsse.

Die CSU hatte bereits vor Inkrafttreten des Gesetzes eine strikte Verhinderung der Legalisierung verlangt und später angekündigt, die Reform wieder zurückzudrehen.

Jugend- und Gesundheitsschutz dienen dabei als universelle Begründung. Die entscheidende Frage bleibt jedoch unbeantwortet: Wie soll der Schutz Minderjähriger verbessert werden, indem erwachsene Konsumenten zurück zu illegalen Händlern gedrängt werden?

Der Schwarzmarkt kennt:

  • keine Alterskontrollen,
  • keine Produktanalysen,
  • keine nachvollziehbaren Wirkstoffgehalte,
  • keine Rückrufmöglichkeiten,
  • keine Haftung für verunreinigte Ware.

Die CSU bekämpft damit nicht die Ursachen des illegalen Marktes. Ihr Verbotskurs schwächt vor allem dessen legale Konkurrenz.

SPD: Pro Legalisierung im Programm, schwach in der Regierung

Die SPD vertritt auf dem Papier eine deutlich liberalere Position.

In ihrem Regierungsprogramm zur Bundestagswahl 2025 kündigte sie Schritte für eine europarechtskonforme Legalisierung an. Als Ziele nennt die Partei Gesundheits- und Jugendschutz sowie die Zurückdrängung organisierter Kriminalität.

Das Problem ist nicht die offizielle Zielsetzung, sondern ihre politische Verbindlichkeit.

Im Koalitionsvertrag mit CDU und CSU konnte die SPD weder einen legalen Verkaufsmarkt noch eine Garantie gegen die Rücknahme bestehender Freiheiten durchsetzen. Übrig blieb eine ergebnisoffene Evaluation.

Damit steht die SPD zwischen zwei Rollen:

  • Als Partei verspricht sie eine weitergehende Legalisierung.
  • Als Regierungspartei akzeptiert sie eine Koalition mit Kräften, die Besitz und Eigenanbau erneut bestrafen wollen.

Die SPD gehört nicht ins Verbotslager. Als verlässliche Schutzmacht der Entkriminalisierung kann sie derzeit aber ebenfalls nicht gelten.

Grüne: Klare Legalisierungsposition mit starkem Regulierungsanspruch

Die Grünen gehören weiterhin zu den deutlichsten Befürwortern einer legalen Regulierung.

Ihr Regierungsprogramm bezeichnet die Abkehr von Kriminalisierung als Bürgerrechtsfrage. Die Partei hält ausdrücklich am Verkauf von Cannabis in lizenzierten Fachgeschäften fest. Gleichzeitig will sie Prävention, Beratung, Drugchecking und Hilfsangebote ausbauen.

Damit erkennen die Grünen den zentralen Fehler des bestehenden Gesetzes: Besitz wurde teilweise legalisiert, die Versorgung aber nicht ausreichend geregelt.

Lizenzierte Geschäfte könnten:

  • den Schwarzmarkt zurückdrängen,
  • Alterskontrollen durchsetzen,
  • Produktqualität nachvollziehbar machen,
  • verunreinigte Ware aus dem Markt halten,
  • Konsumenten den Kontakt zu illegalen Händlern ersparen.

Die grüne Position bleibt stark regulierungsorientiert. Fachgeschäfte, Lizenzmodelle und institutionelle Prävention stehen stärker im Mittelpunkt als ein grundsätzliches Recht Erwachsener auf eigenverantwortlichen Konsum.

Die politische Richtung ist dennoch eindeutig: weniger Strafrecht, mehr legale Zugänge und keine Rückkehr zur Verfolgung von Konsumenten.

FDP: Freiheit statt Strafrecht – aber wenig konkret

Die FDP will die Cannabislegalisierung erhalten.

Sie setzt auf persönliche Freiheit, Eigenverantwortung, Aufklärung und Schadensminderung statt auf die Kriminalisierung von Konsumverhalten. In der Grundhaltung liegt sie damit näher an Grünen und Linken als an Union und AfD.

Bei der weiteren Ausgestaltung bleibt die FDP jedoch vergleichsweise unkonkret. Ein umfassendes Modell für Fachgeschäfte, Preisgestaltung, Produktregeln oder einen vollständigen legalen Markt beschreibt sie weniger deutlich als andere Legalisierungsbefürworter.

Hinzu kommt ihr derzeit begrenzter Einfluss: Seit der Bundestagswahl 2025 ist die FDP nicht mehr im Parlament vertreten. Eine freiheitsorientierte Position ohne parlamentarische Stärke schützt das Cannabisgesetz nicht vor einer repressiven Mehrheit.

Die Linke: Die deutlichste Absage an staatliche Repression

Die Linke vertritt die umfassendste Legalisierungsposition der behandelten Parteien.

Ihr Bundestagswahlprogramm fordert nicht nur die vollständige Legalisierung von Cannabis, sondern auch die Entkriminalisierung des Konsums anderer Drogen. Die Partei begründet dies ausdrücklich mit den Schäden staatlicher Repression: Verunreinigte Substanzen, soziale Ausgrenzung, organisierte Kriminalität und hohe Kosten der Strafverfolgung seien nicht nur Folgen des Konsums, sondern auch Folgen des Verbots.

In einem Bundestagsantrag von 2026 forderte die Linksfraktion zusätzlich:

  • keine Rückabwicklung der bisherigen Reform,
  • unbürokratischere Genehmigungen für Anbauvereinigungen,
  • die Abschaffung pauschaler Konsumabstände,
  • realistische Besitzgrenzen für privaten Eigenanbau,
  • die Legalisierung nichtkommerzieller Weitergabe unter Erwachsenen,
  • zusätzliche regulierte Abgabemöglichkeiten.

Damit stellt die Linke nicht die Bedürfnisse von Polizei, Innenministerien oder Strafverfolgungsbehörden in den Mittelpunkt. Ausgangspunkt sind die Rechte und die Lebensrealität der Konsumenten.

Aus Cannastreet-Sicht ist das die konsequenteste Position: Freiheit wird nicht als staatlich gewährte Ausnahme verstanden, sondern als Ausgangspunkt. Eingriffe müssen begründet werden – nicht der Wunsch Erwachsener, Cannabis zu konsumieren.

AfD: Selbstbestimmung nur nach ideologischer Erlaubnis

Die AfD lehnt die Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken ab.

In ihrem Bundestagswahlprogramm bezeichnet sie die Freigabe außerhalb bestimmter medizinischer Indikationen als Fehler, der umgehend korrigiert werden müsse. Gleichzeitig fordert sie eine suchtpsychiatrische Versorgung mit dem Ziel dauerhafter Abstinenz.

Welche Besitzmengen erneut strafbar wären, wie privater Eigenanbau behandelt werden soll und welche Sanktionen sie vorsieht, erklärt die Partei nicht.

Die Richtung ist trotzdem klar: Cannabis soll außerhalb medizinischer Anwendungen wieder aus dem legalen Raum gedrängt werden.

Bemerkenswert ist der Widerspruch zur sonst gern beschworenen körperlichen Selbstbestimmung. Wo diese ins eigene politische Weltbild passt, präsentiert sich die AfD als Gegner staatlicher Bevormundung. Beim Cannabiskonsum erwachsener Menschen setzt sie dagegen auf Verbote, Abstinenz und staatliche Korrektur persönlicher Entscheidungen.

Das ist keine konsistente Freiheitspolitik. Es ist selektive Freiheit nach ideologischer Erlaubnis.

BSW: Eine auffällige politische Leerstelle

Im Bundestagswahlprogramm des BSW von 2025 findet sich kein eigener Programmpunkt zur Legalisierung, zum Konsumcannabisgesetz, zu Anbauvereinigungen oder zu regulierten Verkaufsstellen.

Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass innerhalb der Partei keine Einzelpositionen existieren. Eine belastbare bundespolitische Linie lässt sich aus dem Programm jedoch nicht ableiten.

Für eine Partei, die sich häufig staatskritisch und gegen Bevormundung inszeniert, ist diese Leerstelle auffällig.

Cannabispolitik betrifft:

  • persönliche Freiheit,
  • Strafrecht,
  • Polizeibefugnisse,
  • Gesundheitspolitik,
  • Schwarzmarktstrukturen,
  • medizinische Versorgung.

Wer dazu keine erkennbare Programmposition besitzt, überlässt die Entscheidung anderen Parteien. Das BSW kann deshalb derzeit weder dem Legalisierungs- noch dem Verbotslager verlässlich zugerechnet werden.

Die entscheidende Frage: Strafrecht oder Freiheit?

Die Parteien streiten nicht bloß darüber, ob Besitzgrenzen bei 25 oder 30 Gramm liegen sollten.

Die eigentliche Frage lautet:

Darf der Staat erwachsene Menschen erneut bestrafen, weil sie Cannabis besitzen oder für den eigenen Bedarf anbauen?

CDU und CSU beantworten diese Frage ausdrücklich mit Ja. Auch die AfD will die Freigabe rückgängig machen, bleibt bei der konkreten Verbotsordnung aber unklar.

Grüne, FDP und Linke lehnen eine Rückkehr zur Konsumentenverfolgung ab. Die SPD tut dies programmatisch ebenfalls, lässt aber offen, wie weit sie in einer unionsgeführten Regierung tatsächlich Widerstand leisten wird.

Eine erneute Kriminalisierung bedeutet:

  • Ermittlungsverfahren wegen Eigenanbaus,
  • Wohnungsdurchsuchungen,
  • Beschlagnahmungen,
  • Geld- und Freiheitsstrafen,
  • Probleme bei Führerschein und Beruf,
  • erneute gesellschaftliche Stigmatisierung.

Wer die Legalisierung zurücknehmen will, fordert nicht bloß strengere Regeln. Er fordert die Rückkehr staatlicher Repression gegen Handlungen, die heute legal sind.

Jugendschutz rechtfertigt keine Kriminalisierung Erwachsener

Nahezu alle Parteien berufen sich auf Jugend- und Gesundheitsschutz. Die daraus gezogenen Konsequenzen unterscheiden sich jedoch grundlegend.

Verbotsparteien wollen Konsum durch Strafen, Kontrollen und Abschreckung zurückdrängen. Legalisierungsbefürworter setzen auf Alterskontrollen, geprüfte Produkte, Prävention und legale Bezugswege.

Auf einem regulierten Markt kann der Staat Regeln für Abgabe, Kennzeichnung und Qualität festlegen. Auf dem Schwarzmarkt fehlen diese Möglichkeiten.

Jugendschutz ist deshalb kein überzeugendes Argument für die erneute Kriminalisierung Erwachsener. Ein Verbot für Erwachsene schützt Minderjährige nicht automatisch. Es erhält vielmehr einen Markt, auf dem Alterskontrollen grundsätzlich fehlen.

Der Schwarzmarkt ist eine Folge der halben Legalisierung

Union und AfD verweisen auf den fortbestehenden Schwarzmarkt als angeblichen Beweis für das Scheitern der Reform.

Dabei ignorieren sie, dass Deutschland keinen vollständigen legalen Markt geschaffen hat.

Der Staat hat den Besitz teilweise erlaubt, den Verkauf aber weiterhin grundsätzlich verboten. Anbauvereinigungen werden mit hohen bürokratischen Hürden belastet. Nicht jeder kann selbst anbauen. Ein großer Teil der bestehenden Nachfrage kann daher weiterhin nicht legal gedeckt werden.

Die Logik der Verbotsparteien ist zirkulär:

  1. Der Staat verhindert ausreichende legale Bezugswege.
  2. Der Schwarzmarkt bleibt bestehen.
  3. Der fortbestehende Schwarzmarkt wird als Argument gegen legale Bezugswege verwendet.

Wer den Schwarzmarkt verkleinern will, muss ihm Kundschaft entziehen. Dafür braucht es erreichbare, bezahlbare und verlässliche legale Angebote.

Welche Partei steht 2026 am klarsten für Legalisierung?

Nach Programmatik und konkreten Forderungen ergibt sich folgende Reihenfolge:

  1. Die Linke: umfassendste Legalisierung, klare Entkriminalisierung und deutliche Kritik an staatlicher Repression.
  2. Bündnis 90/Die Grünen: konsequente Weiterentwicklung mit Fachgeschäften und regulierten Bezugswegen.
  3. FDP: freiheitsorientiert und gegen Kriminalisierung, aber weniger konkret und derzeit ohne Bundestagsmandate.
  4. SPD: programmatisch pro Legalisierung, praktisch durch die Koalition mit der Union stark eingeschränkt.
  5. BSW: keine belastbare Programmposition.
  6. AfD: gegen die Freigabe und für eine abstinenzorientierte Rückabwicklung.
  7. CDU und CSU: klarste Forderung nach Rückkehr zu Verbot und Strafverfolgung.

Fazit: Cannabispolitik ist Freiheitspolitik

Die Cannabispolitik zeigt, wie Parteien grundsätzlich über das Verhältnis zwischen Bürger und Staat denken.

CDU und CSU wollen den legalen Raum wieder verkleinern. Erwachsene sollen erneut mit Strafrecht, Kontrollen und staatlichen Eingriffen überzogen werden, obwohl jahrzehntelange Verbote den Cannabiskonsum nicht beendet haben. Auch die AfD will die Freigabe rückgängig machen, bleibt bei den konkreten Folgen jedoch vage.

Die SPD verspricht Legalisierung, zeigt aber bislang nicht, dass sie diese Position gegen die Union verteidigen kann.

Grüne und FDP wollen die Entkriminalisierung erhalten. Die Grünen fordern zusätzlich einen regulierten Verkaufsmarkt. Die Linke geht am weitesten und stellt am deutlichsten infrage, warum der Staat erwachsene Konsumenten überhaupt verfolgen sollte.

Die zentrale politische Entscheidung lautet deshalb:

Welche Partei akzeptiert erwachsene Menschen als selbstbestimmte Bürger – und welche will Polizei und Strafrecht wieder in ihre Wohnungen und Gärten schicken?

Wer Cannabis erneut verbieten will, bekämpft nicht den Konsum. Er stärkt den Schwarzmarkt, erweitert staatliche Kontrolle und produziert neue Straftäter auf dem Papier.

Quellenbasis

  • Konsumcannabisgesetz in der geltenden Fassung
  • Koalitionsvertrag 2025 von CDU, CSU und SPD: „Verantwortung für Deutschland“
  • CDU: Angenommene Sach- und Initiativanträge des 38. Bundesparteitags 2026
  • CDU und CSU: Bundestagswahlprogramm 2025
  • CSU: Parteitagsbeschlüsse zur Cannabispolitik
  • SPD: Regierungsprogramm zur Bundestagswahl 2025
  • Bündnis 90/Die Grünen: Regierungsprogramm zur Bundestagswahl 2025
  • FDP: Wahlprogramm und Parteiposition zur Cannabislegalisierung
  • Die Linke: Bundestagswahlprogramm 2025
  • Deutscher Bundestag: Antrag „Gesundheit schützen – Cannabis legalisieren“, Drucksache 21/3912
  • AfD: Bundestagswahlprogramm 2025
  • BSW: Bundestagswahlprogramm 2025
  • Deutscher Bundestag: Sitzverteilung des 21. Deutschen Bundestages

Stand: 07.2026

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